Elektronische Gesundheitskarte

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Die elektronische Gesundheitskarte (eGK)



Verantwortliche Gruppe: OG Hamburg


E-Card
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Informationen der Freien Ärzteschaft e.V: Elektronische Gesundheitskarte

Im Jahr 2008 sollen alle gesetzlich und privat Versicherten in der Bundesrepublik Deutschland eine neue, sogenannte „elektronische Gesundheitskarte“ statt der bisherigen Krankenkassenkarte erhalten. Auf dieser Karte sollen dann auch erstmalig Daten über den Gesundheitszustand der Menschen gespeichert werden.

Alles auf einer Karte? Werden die „Gesundheitsdaten“ der Versicherten auf der neuen Versichertenkarte gespeichert? Nein, die entscheidenden Krankheitsdaten werden gar nicht auf der kleinen Karte gespeichert. In Wirklichkeit ist die neue Karte nur ein Schlüssel zu einem gigantischen Großcomputernetzwerk in dem Ihre Krankengeschichte, Facharztberichte, Krankenhausberichte und andere persönliche Daten dauerhaft in zentralen Großrechnern bei den Krankenkassen gespeichert werden sollen.

Elektronische Rezepte für die Erstellung von Krankheitsprofilen Auf dem kleinen Speicherchip der neuen Karte, die dann Ihre jetzige Krankenkassenkarte ersetzen wird, sollen nur „Notfall- oder Grunddaten“, Diagnosen, Allergien, und Medikamente verzeichnet werden. Zum Beispiel auch Angaben über vererbbare und psychische Erkrankungen oder allergische Reaktionen auf Medikamente. Angeblich „freiwillig“ für Patienten, aber diese Notfalldatenspeicherung wird jetzt schon massiv von den Krankenkassen beworben. Die „elektronischen Rezepte“ als Kernstück des Projektes und die Erstellung von „Krankheitsrisikoprofilen“ anhand der Verordnungsdaten sind nicht freiwillig für Versicherte.

Europaweiter Zugriff auf Ihre Daten! Das Bundesgesundheitsministerium plant, dass der „Notfall-oder Grunddatensatz“ der Bürger an allen Orten Europas ausgelesen werden können, auch ohne dass der Patient seine geheime Pin-Nummer eingibt. Wenn Sie sich zum Beispiel für eine neue Arbeitsstelle interessieren, könnte ein Betriebsarzt der neuen Firma auch im Ausland vor dem Abschluss eines Arbeitsvertrages lesen, ob Sie mal eine Unverträglichkeitsreaktion auf ein Mittel gegen Depressionen hatten. Meinen Sie, dass Sie dann die neue Stelle noch bekommen? Und möchten Sie, dass sich Ihre ausführlichen Krankheitsdaten, Arztbriefe und Laborbefunde im Internet befinden? Selbst das amerikanische Verteidigungsministerium und die deutsche Bundesregierung waren nicht in der Lage, ihre Computer vor chinesischen Hackern zu schützen!
Das „Parlament“ der Ärzte, der Deutsche Ärztetag 2007, hat die Einführung der „elektronischen Gesundheitskarte“ in der geplanten Form abgelehnt und auch die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) hat zum sofortigen Stopp des Projektes aufgerufen!

Heute unterliegt Ihre Krankenakte der Schweigepflicht Ihres Arztes. Wollen Sie, dass Ihre Krankenakten in Zukunft in zentralen Computern gespeichert werden? Schlimm genug, dass die Regierung plant, in Zukunft alle Handy und Telefonverbindungsdaten zu speichern und auch die Gespräche zwischen Ärzten und Patienten abgehört werden können. Die Vertraulichkeit der Arzt-Patientenbeziehung muss erhalten bleiben und Krankheitsdaten gehören nicht in Zentralserver! Sagen Sie NEIN zur zentralen Datenspeicherung von Krankheitsdaten!

Inhaltsverzeichnis

Vorteile

  • schneller Zugriff der Notärzte bei Unfällen o.ä.

Nachteile

  • Kosten
  • Datenschutz / Datensicherheit (natürlich ;-))
    • Jeder kann den Notfall-/Grunddatensatz auslesen
    • Fälschung der Karten ausgeschlossen? (macht der CCC da schon was in die Richtung?)
    • Daten sind nicht auf der Karte gespeichert, sondern auf Servern bei den Krankenkassen (Fremdzugriff, Profilerstellung, etc. etc.)
    • Rückschlüsse von Medikamentenunverträglichkeiten auf Krankheitsgeschichte (siehe Text oben)
  • eGK wurde bisher noch nicht wie geplant getestet (soweit ich mich erinnern kann, stand bei heise, dass zwar 10.000er-Tests gemacht wurden, die geplanten 100.000er-Tests aber ausfallen werden).
  • Ärzte lehnen sie ab (ist denke ich ein großer Nachteil). hmm nicht wenn sie geld dafürbekommen
  • Abhängigkeit von der Technik (was passiert, wenn der Internetanschluss der Arztpraxis streikt, oder das Lesegerät ausfällt? Dann kann die Praxis gleich mal für einen Tag zu machen. Was passiert, wenn ein Patient (hab eben schon Kunde geschrieben) seine PIN vergisst? Bekommt er dann sein Insulin nicht? Was passiert, wenn ein Server ausfällt? Stehn dann tausende Praxen und Apotheken still?)

--invisible 11:15, 2. Jan 2008 (CET)

Stichwort Redundanz: Die Vernetzung muss logisch getrennt sein. Spezielle Internet-Router werden erforderlich, damit eine sogenannte VPN-Verbindung zu einem zertifizierten eGK-Internet-Anbieter aufgebaut werden kann. Die Installation darf nur von authorisiertem Fachpersonal durchgeführt werden. Die Infrastruktur ist für "normale" Fachleute aus zweifelhaften Gründen verboten! Die Lesegeräte führen in der letzten Ausbaustufe dazu, dass der Patient in Echtzeit auf den zentralen Servern registriert werden. Die Abrechnung der ärztlichen Leistung wird gläsern. ( Es wird möglich sein Patienten und Ärzte zeitlich sehr genau zu überwachen! -> jeglicher Spielraum für die Ärzte verschwindet --> die Versorgungslage könnte dadurch kritischer werden!) Die Abrechnung der Leistungen erfolgt bereits elektronisch! Die Statistiken über Krankheiten und Medikamente werden längst von KV und Pharmaindustrie geführt.Volkskrankheiten werden längst mit sogenannten DMP-Verfahren (Desease Management Program) erfasst und werden dem Arzt auch schon bezahlt. Das alles bereits voll elektronisch. Notfallkarten gibt es bereits: Stichwort Macumarausweis (Künstliche Bluter), Diabetikerausweis, Allergiepaß. Einen echten Mehrwert gibt es nicht. Die Nutzung der Datendienste wird immer undurchsichtiger, selbst für Fachleute. Substanzielle Sicherheitsfehler sind vorprogrammiert. Die Abschottung des Speziellen eGK-Netzwerks führt nicht dazu, dass die Praxis-Sicherheit erhöht wird.

Dass die Server redundant sind, ist wohl selbstverständlich ;-). 100%ige Ausfallsicherheit kann man ja nie garantieren. Auf der Seite der Telematik-Anbieter arbeiten auch nur Menschen. Auch dort sind Fehler vorprogrammiert: (vgl.Link heise: E-Gesundheitskarte: Datenverlust mit Folgen)

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