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Texte

WWR-Text Snowden-Lesung


Non-Fiction

„Wer unsicher ist, ob abweichende Verhaltensweisen jederzeit notiert und als Information dauerhaft gespeichert, verwendet oder weitergegeben werden, wird versuchen, nicht durch solche Verhaltensweisen aufzufallen. […] Dies würde nicht nur die individuellen Entfaltungschancen des Einzelnen beeinträchtigen, sondern auch das Gemeinwohl, weil Selbstbestimmung eine elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Volksz%C3%A4hlungsurteil https://web.archive.org/web/20101116085553/http://zensus2011.de/fileadmin/material/pdf/gesetze/volkszaehlungsurteil_1983.pdf

  • Bauman, Zygmunt und Lyon, David: Daten, Drohnen, Disziplin - Ein Gespräch über flüchtige Überwachung (suhrkamp, 2013) [Liquid Surveillance: A Conversation]

Das Thema Überwachung ist allgegenwärtig: Wir werden in der U-Bahn gefilmt, machen Privates auf Facebook öffentlich, Minidrohnen werden bald so billig sein, dass Neugierige ihre Nachbarn ausspionieren können. All das ist nicht nur für die Politik eine Herausforderung, sondern auch für die Soziologie. In dem in diesem Band dokumentierten Gespräch unternehmen Zygmunt Bauman und David Lyon, der Begründer der “Surveillance Studies“, den Versuch, Foucaults Idee des Panopticons und Deleuze‘ Überlegungen zur Kontrollgesellschaft auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Mit unserem Sammelband zum NSA-Überwachungsskandal wollen wir die Debatte weiterführen, die Entwicklungen und Leaks aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln national und international reflektieren, was da genau passiert und vor allem: Was daraus zu lernen ist und wie wir unser Netz und unsere Privatsphäre von den Geheimdiensten und der allumfassenden Überwachung unserer digitalen Kommunikation zurückerobern können. Mit Beiträgen von Erik Albers, Markus Beckedahl, Yochai Benkler, Benjamin Bergemann, Kai Biermann, Caspar Bowden, Ian Brown, Andreas Busch, Johannes Caspar, Gabriella Coleman, Kirsten Fiedler, Georg C. F. Greve, Richard Gutjahr, Dirk Heckmann, Arne Hintz, Christian Humborg, Rikke Frank Jørgenson, Jan-Peter Kleinhans, Torsten Kleinz, Constanze Kurz, Daniel Leisegang, Lorenz Matzat, Andre Meister, Erich Moechel, Glyn Moody, Annette Mühlberg, Pranesh Prakash, Frank Rieger, Katitza Rodriguez, Anne Roth, Alexander Sander, Peter Schaar, Bruce Schneier, Edward Snowden, Thomas Stadler, Felix Stalder, Richard Stallman, Moritz Tremmel, Ot van Daalen, Thilo Weichert, Rüdiger Weis, Krystian Woznicki, Jillian C. York und Jérémie Zimmermann.

  • Colin Crouch: Postdemokratie (2005) [Post-democracy]

»Postdemokratie«: Dieser Begriff des Politikwissenschaftlers Colin Crouch wurde nach dem Erscheinen der Originalausgabe seines Buches zum Kristallisationspunkt der Debatte um Politikverdrossenheit, Sozialabbau und Privatisierung. Crouch hat dabei ein politisches System im Auge, dessen demokratische Institutionen zwar weiterhin formal existieren, das von Bürgern und Politikern aber nicht länger mit Leben gefüllt wird. Der polemische Essay, der in Italien und Großbritannien bereits als Klassiker der Gegenwartsdiagnose gilt, liegt nun endlich auch in deutscher Übersetzung vor.

  • Edition Le Monde diplomatique: Die Überwacher - Prism, Google, Whistleblower (No 16, 2015)
  • Greenwald, Glenn: Die globale Überwachung - Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (2014) [No Place to Hide: Edward Snowden, the NSA, and the U.S. Surveillance State]

Im Juni 2013 veröffentlichte Glenn Greenwald die ersten NSA-Dokumente aus dem Archiv des Whistleblowers Edward Snowden. Seitdem werden immer bedrohlichere Details des globalen Spionagesystems der amerikanischen Geheimdienste aufgedeckt. Nun bringt Greenwald anhand einer Fülle von exklusiven, nie zuvor publizierten Geheimdokumenten das ganze Ausmaß der Massenüberwachung ans Licht. Alles und jeder wird ausgespäht, die Bevölkerung steht unter Kollektivverdacht. Meinungsfreiheit wird im Namen der Sicherheit unterdrückt, und es gibt keine Privatsphäre mehr – nirgends.

  • Han, Pyong-ch‘ol: Transparenzgesellschaft (2012)

Kaum ein anderes Schlagwort beherrscht heute den öffentlichen Diskurs so sehr wie die Transparenz. Sie wird vor allem im Zusammenhang mit der Informationsfreiheit emphatisch beschworen. Wer aber die Transparenz allein auf moralischer Ebene thematisiert und sie etwa auf Fragen der Korruption reduziert, verkennt ihre Tragweite. Die Transparenz ist ein systemischer Zwang, der die gesamten gesellschaftlichen Prozesse erfasst und sie einer gravierenden Veränderung unterwirft. Das gesellschaftliche System setzt heute all seine Prozesse einem Transparenzzwang aus, um sie zu operationalisieren und zu beschleunigen. Der Imperativ der Transparenz macht uns außerdem zu Sklaven der Sichtbarkeit. Die Transparenzgesellschaft ist eine pornografische, ausgestellte Gesellschaft. Sie manifestiert sich gleichzeitig als eine Kontrollgesellschaft. Das Internet als Raum der Freiheit erweist sich als ein digitales Panoptikum. Hans neuer Essay geht den Illusionen und Gefahren nach, die mit dem Paradigma der Transparenz verbunden sind.

  • Kurz, Constanze u.a.: Die Datenfresser - Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen (2011)

Die Experten für Informationssicherheit, Constanze Kurz und Frank Rieger, weisen uns den Weg zu einer neuen digitalen Mündigkeit. Sachkundig und verständlich erklären sie, was sich hinter den Benutzeroberflächen tatsächlich verbirgt. Aus dem Strom scheinbar harmloser Daten, die wir tagtäglich im Netz hinterlassen, werden geldwerte Informationen geschöpft, deren Ausmaß und Gehalt wir uns gar nicht vorstellen können. Ob der Staat oder Google, alle bedienen sich am Datensatz Mensch. Es ist an der Zeit, das eigene digitale Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen.

  • Kurz, Constanze: Der maschinenlesbare Mensch (2010)

Ein Aufriss über die technischen Überwachungsmöglichkeiten aus 2010. Intelligente vernetzte Videoüberwachung mit dauerhafter Speicherung, akustische Überwachung mit automatischer Transkription und Emotionsauswertung, ebenfalls dauerhaft archiviert. Der Aufriss führt zu der Warnung: Die Frage ist nicht, ob jemand etwas zu verbergen hat, sondern ob er in den Fokus der Aufmerksamkeit gerät. "Dann hängt es nur noch von der Gnade oder den Absichten der Auswerter ab, welche Folgen es für den Einzelnen hat, dass seine individuelle Existenz lückenlos transparent gemacht wird." z.B. um "politisch unliebsame Bestrebungen zu unterdrücken". http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010/08/13/a0039.text.name,ask4NNpbB.n,0

  • Leipziger Kamera (Hg): Kontrollverluste - Interventionen gegen Überwachung (2009)
    • Ulf Treger: "Das Monster beschwören. Die Problemstellen derzeitiger Überwachungskritik", S. 101-106

Das Buch versammelt Beiträge zu Fragen einer emanzipatorischen und praktischen Kritik an der aktuellen Überwachungsgesellschaft. Es führt sehr unterschiedliche Strategien und Perspektiven der linken Überwachungskritik zusammen. Kritische WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und Initiativen stellen theoretische, aber vor allem strategische und aktionsorientierte Überlegungen an, reflektieren ihre Handlungserfahrungen und beleuchten Probleme und Potenziale von Bewegung(en) gegen immer mehr Überwachung und Kontrolle.

  • Rieger, Frank: Von Daten und Macht - Essay (bpb APuZ 15-16/2013)

http://www.bpb.de/apuz/157538/von-daten-und-macht-essay?p=all

  • Spitz, Malte: Was macht ihr mit meinen Daten? (2014)

Malte Spitz ist Spitzenpolitiker der Grünen und Digital Native. Während alle nur theoretisch über Datenschutz diskutieren, will er es genau wissen. Wer hat welche Information über mich gespeichert, wer verarbeitet welche Angaben über mein Leben? Er wagt eine Expedition zu den Orten, an denen sonst keiner hartnäckig nachfragt: Behörden, Mobilfunkanbieter, Krankenkassen, Datenbanken und Rechenzentren. Denn wer auch immer unsere Daten sammelt, gewinnt Macht über uns. Der Datenschutz ist deshalb die zentrale Machtfrage des 21. Jahrhunderts. Malte Spitz liefert die längst überfälligen Grundlagen für eine Diskussion, die gerade erst an ihrem Anfang steht.

  • Schaar, Peter: Überwachung total - Wie wir in Zukunft unsere Daten schützen (2014)
  • Weizenbaum, Joseph: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft (1976) [Computer Power and Human Reason: From Judgment To Calculation]

„In diesem Buch geht es nur vordergründig um Computer“ – das ist der erste Satz eines Werks, dessen Titel das Gegenteil suggeriert. In der Tat hat Joseph Weizenbaum Grundsätzliches im Visier: die Autonomie des Menschen gegenüber der Technik, den gesunden Menschenverstand und nicht zuletzt den politischen Willen, den es braucht, um die Sachzwänge und Verselbstständigungstendenzen der Rechenmaschinen im Zaum zu halten. „Ich bin kein Computerkritiker“, entgegnete Weizenbaum stets, wenn er als solcher tituliert wurde, „Computer kann man nicht kritisieren. Ich bin Gesellschaftskritiker.“ Weizenbaum, der seine Autorität und sein Wissen aus der Tatsache zog, dass er als Computerexperte zu den Pionieren der Branche gehörte, stellt die Arbeitsweise des Rechners der menschlichen Vernunft gegenüber und skizziert die Entwicklung von „judgement“ zu „calculation“, also von einem komplexen, intuitiven Urteilen zum reinen Berechnen. Was auf dem Weg von der analogen zur digitalen Wahrnehmung an Wahrheit verloren geht, versucht dieses Buch festzuhalten. Eine eindringliche Warnung an die Adresse einer technokratischen Gesellschaft.

Fiction

  • Asimov, Isaac: Das Chronoskop (1956) [The dead past]

Seit vielen Jahren schon hält die Regierung eine revolutionäre Erfindung unter Verschluß. Das Chronoskop! Eine Zeitmaschine, mit der man indirekte Zeitreisen unternehmen kann. Das Chronoskop ermöglicht Rückblicke in die Vergangenheit, läßt vergangene Geschichte in Bild und Ton vorbeiziehen. Der Traum eines jeden Historikers scheint in Erfüllung zu gehen. Da die Regierung dem Historiker Potterley jedoch den Zugang zum Chronoskop verweigert, schließt dieser mit einem jungen und neugierigen Wissenschaftler eine Allianz, um selbst ein Chronoskop zu entwickeln. Das hat fatale Folgen.

  • Atwood, Margaret: Der Report der Magd (1985) [The Handmaid's Tale]

Die Vereinigten Staaten von Amerika in naher Zukunft: Nukleare Katastrophen haben bei vielen Menschen zu einer Sterilität geführt. Es kommt zu einem Staatsstreich durch die Söhne Jakobs, eine christlich-fundamentalistische Gruppierung. Der Präsident und alle Mitglieder des Kongresses werden ermordet und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Die Armee erklärt den Notstand, Zeitungen werden zensiert und Straßensperren eingerichtet. Es kommt zur Gründung der Republik Gilead. Dabei wird insbesondere die Stellung der Frau neu definiert: Frauen dürfen kein Eigentum besitzen und haben sich dem Mann vollständig unterzuordnen. Ihr Eigentum fällt an den nächsten männlichen Verwandten. Die einzige Aufgabe und Pflicht der Frau ist das Gebären von Kindern.

  • Bradbury, Ray: Fahrenheit 451 (1953)

„Fahrenheit 451“ ist die Temperatur, bei der „Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt“. In Ray Bradburys Zukunftsvision ist die Feuerwehr nicht mehr mit Wasserspritzen ausgerüstet, sondern mit Flammenwerfern, die genau diesen Hitzegrad erzeugen, um die letzten Zeugnisse individualistischen Denkens – die Bücher – zu vernichten. Da beginnt der Feuerwehrmann Guy Montag, sich Fragen zu stellen.

  • Brunner, John: Der Schockwellenreiter (1975) [The shockwave rider]
  • Brunner, John: Morgenwelt (1968) [Stand on Zanzibar]
  • D'Argyre, Gilles: Die Herrschaft des Zufalls (1968) [Le Sceptre du hasard]

Die Methoden der Meinungsforschung sind sehr subtil geworden, Abstimmungen werden überflüssig. Der Computer sucht die Personen aus, die im Charakterbild dem Wählerwillen am nächsten kommen. Im Losverfahren wird dann der "Herrscher" ermittelt.

Marcus Yallow ist zwar noch jung, aber er ist bereits ein Held. Ein Hacker und Untergrundheld, um genau zu sein. Denn Marcus hat zusammen mit anderen Jugendlichen beschlossen, den Kampf gegen einen scheinbar allmächtigen Überwachungsstaat aufzunehmen. Als Marcus eines Tages einen USB-Stick voll streng geheimer Regierungsdaten zugespielt bekommt, steht er vor der Entscheidung seines Lebens – denn wenn er diese Daten veröffentlicht, bricht die Hölle los.

  • Doctorow, Cory: Homeland (2013) (Creative Commons)
  • Eggers, Dave: Der Circle (2014) [The Circle]
  • Hillenbrand, Tom: Drohnenland (2014)
  • Huxley, Aldous: Schöne Neue Welt (1932) [Brave New World]
  • Kafka, Franz: Der Bau (1931) (Gemeinfrei)
  • Kafka, Franz: In der Strafkolonie (1919) (Gemeinfrei) (Anmerkung: Interpretation wie bei Kafka üblich schwierig. Nach weltlicher Lesart erscheint die Erzählung als Gleichnis einer fanatischen Ideologie und eines diktatorischen Machtapparates, die den Menschen zum Maschinenfutter degradieren. In einem solchen totalitären System sind Legislative, Exekutive und Judikative offenbar identisch und finden sich in der Person des Offiziers der Strafkolonie vereint. Es gibt keine ernst zu nehmende Verteidigung, und das Merkmal der Unrechtsprechung ist die Willkür.)

Einem Forschungsreisenden wird das Rechtssystem einer Strafkolonie vorgeführt. Es besteht darin, dass jeder Angeklagte unabhängig von seiner Schuld oder Unschuld von einem Apparat in minutiösem Ablauf stundenlang gefoltert und dann getötet wird.

  • Kafka, Franz: Der Process (1925) (Gemeinfrei) (Anmerkung: Die Interpretation des Romans ist schwierig. Nur eine der möglichen deutet auf Kritik an einer verselbstständigten und unmenschlichen Bürokratie und das Fehlen bürgerlicher Freiheitsrechte.)

Franz Kafkas Roman "Der Prozess" wurde 1925 posthum veröffentlicht. Entstanden sind die Romanfragmente zwischen 1914 und 1915. Im Mittelpunkt steht der Bankangestellte Josef K., gegen den ein Prozess anhängig ist. Das Gericht agiert im Geheimen, und bis zu seiner Hinrichtung erfährt K. nicht einmal den Grund der Anklage. Ort der Handlung ist eine fiktive deutsche Großstadt. Die Zeit der Handlung stimmt mit ihrer Entstehungszeit überein.

  • Lem, Stanislaw: Memoiren, gefunden in der Badewanne (1961) [Pamietnik znaleziony w wannie]

"Memoiren, gefunden in der Badewanne" ist eine satirische Farce, eine surrealistische Anti-Utopie und eine Schmähschrift auf die absolute Bürokratie und den totalen Polizeistaat, in dem alles und jeder gelenkt, einem geheimen Zweck untergeordnet und von Spitzeln überwacht wird. Das »Gebäude«, eine Spionagezentrale, ist »unbesiegbar«; im Verlauf seiner Entwicklung ständig gewachsen, steht es im unaufhörlichen Kampf mit einem Antigebäude, einer gegnerischen Spionagezentrale, die es durchdrungen hat und von der es ebenso durchdrungen worden ist. Ob es die beiden »Gebäude« wirklich gibt oder ob der Widerstreit bloß eine gedankliche Konstruktion ist, das weiß kein Mensch mehr so genau. Auf jeden Fall sind Chaos und Ordnung, Zufall und Notwendigkeit, Sinn und Unsinn nicht zu unterscheiden.

  • Orwell, George: 1984 (1949) [Nineteen Eighty-Four]

Ein dystopischer Roman, in dem ein totalitärer Präventions- und Überwachungsstaat im Jahre 1984 dargestellt wird. Protagonist der Handlung ist Winston Smith, ein einfaches Mitglied der diktatorisch herrschenden sozialistischen Staatspartei, der sich der allgegenwärtigen Überwachung zum Trotz seine Privatsphäre sichern will und dadurch in Konflikt mit dem System gerät, das ihn einer Gehirnwäsche unterzieht.

Wir spielt im „Vereinigten Staat“, einem Gebilde, das nach einem 200-jährigen Krieg und der „allerletzten Revolution“ entstand. Dieser Staat besteht aus einer von einer Mauer geschützten Stadt, die Häuser dieser Stadt besitzen Wände aus Glas. Heerscharen von „Beschützern“ wachen über das „Wohl“ der Einwohner, deren Leben bis zum kleinsten Handgriff reglementiert ist, über allen steht ein übermächtiger „Wohltäter“. „Nummern“ – gemeint sind Menschen –, die sich gegen diese „Fürsorge“ wehren, werden öffentlich hingerichtet. Der Einzelne zählt nicht, was zählt, ist das Kollektiv. Im Laufe des Buches wird unter anderem eine Gehirnoperation entdeckt, die das Fantasiezentrum im Menschen entfernt und somit Gedanken des Widerstands unmöglich macht. - Der Roman schildert die Ereignisse in Form eines Tagebuchs von D-503. D-503 ist Konstrukteur der Rakete Integral, eines Raumschiffes, das den Weltraum erobern und die Errungenschaften der „letzten Revolution“ exportieren soll. D-503 verherrlicht seinen Staat – so lange, bis er die Staatsfeindin I-330 und andere Rebellen kennenlernt. Immer wieder taucht im Roman der Name Taylor auf, der für seine „Wissenschaftliche Betriebsführung“ vom Regime verehrt wird.

  • Zeh, Juli: Corpus Delicti - Ein Prozess (2009)

Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Mia Holl will beweisen, dass ihr Bruder, verurteilt wegen einer angeblichen Vergewaltigung, unschuldig ist. Sie gerät also in Stellung gegen das System, hier »Methode« genannt, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben nahm. - Juli Zeh entwirft in "Corpus Delicti" das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert. Sie zeichnet ein System, das alle und alles kontrolliert. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden. Die »Methode« verlangt ein festes Sportpensum ebenso wie die Abgabe von Schlaf- und Ernährungsberichten. Buchstäblich über jeden Schritt seiner Bürger ist dieser Staat informiert. "Corpus Delicti" handelt von höchst aktuellen Fragen: Wie weit kann und wird der Staat individuelle Rechte einschränken? Gibt es ein Recht des Einzelnen auf Widerstand?

Weitere

Ungeeignet?

  • Dick, Philipp K.: Der dunkle Schirm (1977) [A scanner darkly] (Anmerkung: Es geht hier vorrangig um Drogenkonsum und dessen Folgen sowie Verschwörungstheorien, am Rand um Infiltration.)

Substanz T oder ›langsamer Tod‹ heißt eine neue Droge, die ins Orange County eingeschleust wird. Bob Arctor – alias Fred – ist Junkie und Geheimagent der Drogenfahndung, und damit er nicht auffliegt, beginnt er, auch mit Substanz T zu experimentieren, bis er merkt, dass seine beiden Identitäten gegeneinander agieren.

Gliederungsvorschläge

Größeren Zusammenhang aufzeigen

  • Greenwald, Glenn: Die globale Überwachung (2014) - Textausschnitte (siehe auch Details)
  • Weizenbaum, Joseph: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft (1978) - Textausschnitte
  • Bauman, Zygmunt und Lyon, David: Daten, Drohnen, Disziplin - Ein Gespräch über flüchtige Überwachung (2013) - Textausschnitte

Gesamteindruck zu Massenüberwachung geben

  • Einleitung/Überblick zu Massenüberwachung
  • Die Überwacher - Wer sammelt was?
  • Zweck und Risiken der Massenüberwachung
  • Aussicht und Gegenmaßnahmen

Materialien

Anschreiben zur Einladung anderer Gruppen

Am 10. Februar ist "Safer Internet Day". Seit Sommer 2013 wissen wir dank Edward Snowden, in welchem Ausmaß unsere Kommunikation und unser Handeln im Netz gespeichert und analysiert werden. Trotz der kontinuierlichen Berichterstattung in den Medien und den Protesten verschiedener Bürgerrechtsorganisationen werden die Systeme zur vollumfänglichen Überwachung und Kontrolle weiter ausgebaut. Es liegt in unserer Verantwortung als mündige Gesellschaft, eine Debatte darüber zu führen, wie wir diesem Angriff der Exekutive auf ihre BürgerInnen begegnen wollen.

Ein bundesweiter Zusammenschluss diverser Gruppen aus den verschiedensten zivilgesellschaftlichen Bereichen, die sich seit dem letzten Jahr gemeinsam gegen die anlasslose Massenüberwachung stellen, veranstaltet am 10. Februar unter dem Titel "Lesen gegen Überwachung - Unser Beitrag zum Safer Internet Day" bundesweit Lesungen. Wir möchten Texte lesen, die die Hintergründe des Themas beleuchten, geben anschließend Raum für Fragen sowie Diskussion und zeigen Handlungsoptionen auf.

Wir möchten euch herzlich dazu einladen, euch in diese Veranstaltungsreihe einzureihen.

Wie das geht? Nichts leichter als das:

  • Ihr besorgt einen Raum für eure Lesung: Eine Kneipe, der örtliche Lesezirkel, die Bücherei oder eure Fußgängerzone, die nächstgelegene Bushaltestelle oder Euer Wohnzimmer. Auch kleinste Aktionen zählen.
  • Ihr besorgt einen oder mehrere VorleserInnen. Das könnt natürlich ihr selbst sein, oder jemand, den ihr für geeigneter haltet.
  • Ihr meldet euch bei uns (), damit wir eure Veranstaltung zusammen mit den anderen Veranstaltungen auf einem gemeinsamen Plakat sowie der Webseite http://lesen-gegen-ueberwachung.de für euch veröffentlichen sowie bei unserer Pressearbeit bewerben können.
  • Ihr meldet eure Veranstaltung auf der offiziellen Webseite des Safer Internet Day an, um auch dort VeranstalterInnen und TeilnehmerInnen dafür zu sensibilisieren, dass es ein sicheres Internet ohne Ächtung von Massenüberwachung und Wiederherstellung unserer Grundrechte in der digitalen Welt nicht mehr geben kann.
  • Ihr meldet eure Veranstaltung auf der offiziellen Webseite des „Safer Internet Day" (https://www.klicksafe.de/nc/ueber-klicksafe/safer-internet-day/sid-2015/anmeldeformular-sid-2015) an.
  • Eine in unseren Augen geeignete Textauswahl findet Ihr hier (https://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Lesen_gegen_%C3%9Cberwachung_%5C%5C_Unser_Beitrag_zum_Safer_Internet_Day#Texte). Aber das sind nur Vorschläge: Ihr sollt natürlich lesen, was ihr für thematisch geeignet haltet.
  • Ihr druckt Flyer und Plakate (https://lesen-gegen-ueberwachung.de/plakate/) aus und bewerbt eure Veranstaltung.
  • Der Hashtag für die Veranstaltung lautet #LesenGegenUeberwachung.
  • Ihr lest am 10.02. und sensibilisiert damit eure Mitmenschen für die Gefährdung unserer freiheitlichen Gesellschaft durch die allgegenwärtige Massenüberwachung.
  • Ihr macht idealerweise ein Foto eurer Veranstaltung und schickt es uns, damit wir es auf der Webseite veröffentlichen können.

Wir möchten mit der Veranstaltungsreihe das Thema Massenüberwachung weiter im Bewusstsein der Bevölkerung halten: Es kann nicht angehen, dass wir den von Snowden offengelegten GAU für unsere freiheitliche Gesellschaft achselzuckend hinnehmen, weil wir glauben, gegen die Tendenzen einer sich immer weiter automatisiert selbst überwachenden Gesellschaft nichts tun zu können. Anderthalb Jahre nach Snowden sind wir noch immer der Ansicht, die Sicherheit im Internet durch längere Passwörter wiederherstellen zu können. Das Internet ist genauso kaputt wie das Verhältnis zwischen unseren von der Überwachungslobby bestimmten Sicherheitsorganen und unserer zivilen, freiheitlichen Gesellschaft. Wir müssen denen, die den gegenwärtigen Zustand für richtig oder zumindest notwendig halten, konsequent und nachhaltig die Stirn bieten.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr Euch trotz der Kürze der Zeit dazu entschließen könntet, den Wirkungsradius dieser Aktion durch eure Teilnahme zu vergrößern. Meldet euch doch einfach bei uns unter mail@lesen-gegen-ueberwachung.de.

Leseempfehlungen

Non-Fiction

Fiction

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